M.-J. * 11.06.2009

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blodau

M.-J. * 11.06.2009

Beitragvon blodau » Di 4. Sep 2012, 21:12

Geburtsbericht von unserer Tochter Ma*til*da-Jo*l*ie, geboren am 11.06.2009 um 15:25 Uhr im heimischen Schlafzimmer mit 2980g, 49cm und einem Kopfumfang von 33 cm:

Am 07.10.2008, einen Tag nach meinem ersten Arbeitstag in der Chemoambulanz der Frauenklinik , fuhr ich zu meinem Vater um dort auszuhelfen und auf der Hälfte der Fahrt, keine Ahnung wieso, fiel mir plötzlich auf, dass ich total überfällig war.
Nach Schichtende sofort in die de-äm-Drogerie gerannt, Test geholt, zuhause Ronja-Cheyenne dem Au-Pair in die Arme gedrückt und auf Toilette -> positiv!!!
Ich rief meine Hebamme Christine an und fragte nach guten Frauenärzten in der Nähe.
Nachdem ich bei zwei Ärzten Pech hatte und sie mir erst einen Termin in 2-3 Wochen geben wollten bin ich mit meiner Tochter zur FÄ im Ort gelaufen und wurde auch gleich dran genommen (brauchte ja auch was für die Arbeit wegen den Chemos)- Ja, ich bin wirklich schwanger 
Hoffentlich findet Marco das auch gut, eigentlich sollte das nächste erst so in 2-3 Jahren kommen, da ich ja diese tolle Stelle angeboten bekommen hatte.
Zuhause bin ich in die Werkstatt und hab den Kinderwagen mit US-Bild und Kerzen dekoriert, vorher noch Klar gemacht, dass mein Mann mir mailt, kurz bevor er zuhause ist.
Wie der Zufall es will hatte er mir ausgerechnet an diesem Tag Blumen mitgebracht- hat ja gepasst 
Als er den Kinderwagen sah sagte er nur: "Ne, oder?" und schon kullerten die Tränchen und ich wurde gedrückt.
Ich bekam eine Ersatzstelle angeboten und hätte dort aber jeden Tag 4 Std. anstelle von 2x 10 Std arbeiten müssen, was bedeutet hätte, dass ich zur Arbeit noch den ganzen Haushalt hätte schmeißen müssen, da die Au-Pair-Stunden schon mit meiner Arbeitszeit abgearbeitet wären. Und ich hätte mich ja auch nicht mehr richtig um Ronja-Cheyenne kümmern können also habe ich gekündigt um mich voll und ganz auf meine Kinder zu konzentrieren. Und das war gut so!
Dann der Schock, am 02.11.ging ich Morgens zur Toilette und merkte das ich blutete. Nein, bitte nicht!
Ab ins KH, US, alles soweit ok. Bin dann Abends nach tel. Rücksprache mit meiner Hebamme nach Hause- ich mag halt keine Krankenhäuser und liegen kann man ja auch zuhause.
Dann folgte der 13.02. ich hatte die ganze Zeit schon so ein ziehen und periodenstarke oder schmerzfreie Wehen und rief meine Hebi an, da die Praxis meiner FÄ schon geschlossen war kam sie vorbei um mich zu untersuchen -> Gebärmutterhals verkürzt, Muttermund weich und leicht geöffnet -> Ruhe halten, Magnesium, vorzeitiger Wehentee, und Bryophyllum 50%.
Damit blieb der Befund wie er war und besserte sich sogar einmal kurzzeitig.
Dann fing mein Mann im April die neue Stelle an und war nach 1 1/2 Monaten wieder arbeitslos, da er nicht richtig bezahlt wurde und sich das nicht gefallen lassen wollte.
Die neue Arbeit ab 02.06. aber keinen Urlaub fürs Wochenbett nur einen Tag (evtl. sogar unbezahlt) für die Geburt- wenigstens etwas.
Am 04.06. war errechneter Termin, ich hatte Vorsorge mit meiner Hebi und es war der letzte Abend vom Geburtsvorbereitungskurs.
Christine meinte ich solle ihre Kollegin Judith Abends mal nachsehen lassen was sie meint, das Kind läge so weit oben evtl. sogar in BEL- hat sich aber zum Glück nicht bestätigt.
Einen Tag später hat sie mich zum CTG in Geburtshaus zitiert damit sie sehen kann wie es dort ist, da es zuhause immer sehr saltatorisch war. War alles in Ordnung- lag wohl an dem Wirbelwind der bei uns wohnt und während des CTG´s immer auf der Mama turnte ;-)
Am 10.06. kam Christine zur Vorsorge und Akupunktur und meinte noch das wir dann am Wochenende mal einen Versuch mit einem Cocktail starten, wenn es bis dahin nicht da ist.
Um 23:08 Uhr wurden die Wehen die ich immer mal hatte etwas stärker und ich döste so vor ich hin und schlief sogar nochmal kurz ein.
Ab 1:30 Uhr merkte ich sie dann schon deutlich und um 2:30 Uhr bin ich ins Wohnzimmer „ausgewandert“ um Marco und Ronja-Chyenne nicht zu wecken.
Da die Wehen kräftiger wurden und alle 5-7 Min. kamen rief ich Christine an- sie sagte sie käme dann gleich.
Ich ging hoch ins Schalfzimmer um meinem Mann Bescheid zu sagen, dass sie kommt damit er nicht erschrickt.
5 Min. später stand er mit unsere Tochter im Wohnzimmer.
Jetzt hieß es erst mal meinen Pezzi-Ball verteidigen 
Marco machte den Ofen an, da es recht Kalt war.
So saß ich saß im Feuerschein in unserem Wohnzimmer und wartete wehend auf Christine.
Die Wehen veratmete ich, wie schon bei meiner ersten Geburt, im Vierfüßlerstand.
Als sie um 04:10 Uhr eintraf war der Muttermund 2-3 cm und ich bekam Globuli um die Wehen zu intensivieren und regelmäßiger werden zu lassen..
Um 07:00 Uhr riefen wir meine Schwester an und baten sie zu kommen und Brötchen mitzubringen.
Als sie gegen 08:00 Uhr ankam war der Muttermund 3 cm und leicht wulstig- wir zogen ins Schlafzimmer um, wo unser Kind auch zur Welt kommen sollte.
So hatten meine Schwester und Ronja-Cheyenne unten „freie Bahn“.
Während ich oben vor mich hin wehte sagte sie immer wieder zu meiner Schwester „Mama arbeitet“ und machte mich nach 
Da der Kopf noch nicht fest im Becken saß und nicht richtig Druck auf den Muttermund ausübte wollte Christine gegen 10:00 Uhr die Blase sprengen.
Plötzlich bekam ich eine Heidenangst, wurde richtig panisch, und fing an zu weinen.
All´ der Stress der letzten Monate war wohl doch zu viel gewesen- ich wusste sprengt sie die Blase gibt es kein „Zurück“ mehr, noch dazu das Wissen wie schlimm die Wehen wurden als bei Ronja-Cheyenne´s Geburt die Blase geplatzt war- das war einfach zuviel.
Christine beschloss, mich und meinen Mann allein zu lassen und fuhr noch einmal nach Hause.
Wir sollten reden und uns noch mal ausruhen und sie anrufen, wenn die Wehen stärker und länger werden.
Ich konnte tatsächlich noch mal dösen und schaffte sogar ein paar Wehen in Seitenlage.
Um 13:00 Uhr wurden die Wehen dann kräftiger und hielten auch länger an, Christine sagte wir sollen abwarten und uns noch mal melden.
Ich ging zur Toilette und stellet fest, dass der Schleimpfropf angegangen war und die Zeichnungsblutung einsetzte.
Um 13:30 riefen wir Christine erneut an und um 14:00 war sie wieder bei uns.
Der Muttermund war nun 5 cm.
Ich hatte dann auf einmal, wie bei Ronja-Cheyenne, extrem starke Wehenschmerzen was daran lag, dass die Kleine mit ihrem Kopf den Muttermund nicht zur Seite schob sondern sich reindrückte.
Christine hielt für drei Wehen den Muttermund mit ihrem Finger zur Seite und danach war er bis auf den Saum vollständig- sie rief um 14:50 ihre Kollegin Judith an damit diese sich auf den Weg machte.
Ich ging noch mal zur Toilette und dann wieder zurück in unser Bett.
Die Presswehen setzten ein und Christine hielt noch einmal für zwei Wehen die Muttermundslippe zurück, jetzt war der Muttermund komplett vollständig.
Ich versuchte in Rückenlage zu pressen (ging bei der ersten Geburt super) aber das konnte ich nicht aushalten. So begab ich mich, wie ja unter den Wehen schon, wieder in den Vierfüßlerstand und presste.
Ich wollte es jetzt einfach hinter und mein Kind bei mir haben, ich konnte richtig loslassen und presste mit aller Kraft.
Sie rutschte quasi mit einer Wehe durch´s Becken mit der zweiten (dazwischen öffnete Christine die Fruchtblase) war der Kopf geboren und sie ließ ihren ersten Schrei hören (was unseren Hund, der vorm Bett saß, dazu veranlasste freudig mit dem Schwanz zu
Wedeln  ), mit der dritten Presswehe war um 15:25 Uhr unser Mädchen geboren, ich schaute zwischen meinen Beinen hindurch und sagte „Oh Gott bist du klein!“
Ich setzte mich zurück und nahm meine Tochter zu mir.
Eine Minute später kam Ronja-Cheyenne mit ihrer Tante um ihre kleine Schwester zu begrüßen.
Wir ließen die Nabelschnur auspulsieren und Marco trennte sie später durch.
7 Minuten später war die Plazenta geboren und ich legte unsere Matilda-Jolie, wie sie nun hieß, zum ersten Mal an.
Judith, die inzwischen auch da war und kurz vor der Tür warten musste, da die Klingel abgestellt war, und Christine gingen nach unten und ließen uns allein.
Die Plazenta wurde zum kompostieren in einen Eimer mit Erde gelegt- damit wird dann später ein Bäumchen gepflanzt bzw. zwei, da Ronja-Cheyenne auch noch keins hat.
Zwei Stunde später ging ich duschen und kuschelte mich dann wieder mit meinem Baby ins Bett.
Christine und Judith verabschiedeten sich und wir warteten auf den (bestellten) Besuch der Oma´s, Opa´s und Tanten (+Onkel in Spé)
Um 22:00 Uhr mussten wir dann unsere Süße doch noch baden, weil sie voller Mekonium war.
Danach legten wir uns wieder hin und verbrachten eine wunderbare, erste Nacht zu viert. 

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